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Pressemitteilung

Marlies-Seeliger-Crumbiegel Kunstpreis 2016 / Schloss Zweibrüggen, von Humboldtstraße 90, 52511 Geilenkirchen/ Übach-Palenberg / Ausstellung von 17. April - 15. Mai 2016

Werke von Ralf Wierzbowski / Malerei und Sabine Jacobs Grafik / Plastik und Installation

Preisverleihung und Ausstellungseröffnung Sonntag, 17. April 2016 / 11 Uhr
Begrüßung und Moderation:  Wolfgang Jungnitsch / Bürgermeister der Stadt Übach-Palenberg
und Prof. Dieter Crumbiegel / Künstler und Stifter des Marlies-Seeliger-Crumbiegel Kunstpreis
Zum Kunstpreis spricht: Dr. Richard Nouvertné - Vorsitzender der Sparkassen Kunststiftung
Zu den Werken von R. Wierzbowski spricht: Prof. Dr. Wolfgang Becker, Gründungsdirektor / Ludwig Forum Museum für internationale Kunst in Aachen
Zu den Werken von S. Jacobs spricht: Dr. Annette Lagler, Vizedirektorin / Ludwig-Forum Museum für Internationale Kunst in Aachen.
Musik: Anna Barkhoudarian (Sopran) und Janna Khachatryan (Piano) mit armenischen Komitas.

Der Kunstpreis - zur Erinnerung an die Künstlerin und Kunstvermittlerin Marlies Seeliger-Crumbiegel, geboren am 28. November 1946 in Mönchengladbach-Rheydt, gestorben in Heinsberg, in Stadt und Kreis Aachen sowie in der Region Limburg.
Gestiftet von ihrem Ehemann, dem Künstler Prof. Dieter Crumbiegel, und ausgelobt vom Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen e.V. mit Förderung der Sparkassen Kunststiftung der Kreissparkasse Heinsberg und der Unterstützung der Stadt Übach-Palenberg - Schloss Zweibrüggen.
Im Jahr 2016 juriert von Dr. Annette Lagler, Vizedirektorin Ludwig Forum für internationale Kunst, Aachen; Prof. Dr. Wolfgang Becker Gründungsdirektor Ludwig Forum für internationale Kunst, Aachen und Josef Mispelbaum Künstler aus Übach-Palenberg. Zuerkannt dem Maler Ralf Wierzbowski und der Zeichnerin und Plastikerin Sabine Jacobs.

Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert. Der Jury musste ein etabliertes und professionelles Werk vorgewiesen werden, das eine eigenständige Formensprache aufweist. Diese soll aktuelle, gegenwärtige Ausdrucksformen mit gültigen Kriterien der Kunst verbinden, die sich vorübergehenden, tagesaktuellen Trends entziehen. Nachzuweisen war dies auch mit überregionalen Ausstellungen.

Dr. Annette Lagler zu den Werken von Sabine Jacobs in der kommenden Ausstellung: " Im Mittelpunkt der Ausstellung von Sabine Jacobs steht die raumgreifende Installation "Fließ", die von der oberen Galerie herab über den Köpfen  der Betrachter schwebt. Eine Vielzahl von grünlich-blauen Streifen formt im luftigen Verbund eine Figur, die an einen mächtigen Fisch oder eine Welle erinnert. In der ihr typischen Technik fertigte die Künstlerin Einzelmodule aus feinem Draht, kaschiert mit eingefärbtem Seidenpapier, die sie durch Reihung, Wiederholung und Abwandlung zur Gesamtgestalt addiert. Dabei gelingt es ihr eine gleichermaßen konstruktive wie narrative Formgebung zu erschaffen. Kurvig fließende Formen, sanfte Bögen und flexible Verknüpfungen lassen abstrakte Grundgrößen wie Bewegung, Schweben oder Dahintreiben nachvollziehen. Durch Anspielungen auf Wasser, Wellen und Fisch, öffnet Sabine Jacobs zugleich Assoziationsfelder, die mit dem im Wurmtal gelegenen Jagdschloss Zweibrüggen verbunden sind. So lädt die Künstlerin mit ihrer eigens für den Ort geschaffenen Installation den Besucher ein, den Ausstellungsraum im Kontext seiner historischen und geografischen Aspekte vollkommen neu zu erleben.

Sabine Jacobs studierte Formgestaltung an der Fachhochschule Aachen bei Professor Dr. Ulf Hegewald. Anfang der 1990er entwickelte sie ihr eigenständiges künstlerisches Konzept. Ihre Beobachtungen von Naturphänomenen präzisiert sie oftmals zunächst in einer Vielzahl von Zeichnungen. Einzelne setzt Sabine Jacobs anschließend skulptural in hauchdünnen Drahtgeflechten und opaken Schichtungen aus Seidenpapier um. Die sichtbaren Drahtlinien lassen die federleichten Plastiken wie Zeichnungen im Raum wirken. Bei dieser Technik, Farbflächen und Linie gleichermaßen betonend, lag die Gestaltung von Glasfenstern nahe. Von St. Peter in Aachen bekam die Künstlerin den Auftrag Fenster zum Thema Judentum, Christentum und Islam im Dialog zu entwerfen und um zu setzen. Seiher ist sie auf zahlreichen Ausstellungen vor allem in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, aber auch in Belgien und den Niederlanden vertreten. Ihr heutiger Lebensmittelpunkt befindet sich zwischen der Nordeifel und Süd Limburg, wo sich in der Stiftung "Werkplaats K" ihr Atelier befindet.

Für die weitere Ausstellung in Schloss Zweibrüggen hat Sabine Jacobs eine Auswahl von Werken  aus ihrem Oeuvre getroffen, die die Hauptarbeit thematisch ergänzt und im Kontext inszeniert. So erinnert das Werk "Siedlung" an monumentalisierte Seepocken und "Around" an Büschel aus Algen. Aber auch andere Werkserien sind vertreten: etwa die sogenannten malerischen Zeichnungen wie "Buchenleben", "Riedspitzen" und "Kapsel", kleinere Plastiken wie "Balance", "Atme" und "Femme" und die Installation "Falter", ein zur Traube verdichteter Schwarm aus scheinbaren Schmetterlingsflügeln.

Allen Arbeiten gemeinsam ist die Gratwanderung zwischen organischen und abstrakten Formen, zwischen figürlicher und konzeptueller Plastik und zwischen papierner Zerbrechlichkeit und innerer Stärke, die durch eingearbeitete Samenkeime oder larvenartige Formen eine nie vergehende Vitalität, die allen Widerständen trotzt, zum Ausdruck bringt. Sabine Jacobs gelingt es so, auf immer neue Weise, Grenzen zu überwinden und eine Synthese aus vermeintlich Widersprüchlichem herzustellen..

Professor Dr. Wolfgang Becker sieht den Künstler Ralf Wierzbowski in seiner Arbeit sich öffnend, sich schließend wie eine Auster.

Ralf Wierzbowski hat als Elektroniker gelernt, Schautafeln, Leitbilder, virtuelle Räume zu entwerfen, in denen er Kommunikationen organisiert. Das hat er weit hinter sich gelassen, als er begann, große Bildtafeln zu malen - ein Temperament, das vor großen Gesten und Materialschlachten nicht zurückschreckt.

Ihn interessiert nicht, Gegenstände in drastischer Lebendigkeit abzubilden, sondern fließende Übergänge und Zustandswechsel in Farbströmen wachsen zu lassen. Ein kleiner Film zeigt zwölf Fassungen eines Bildes, die sich übereinanderlegen und einen dunklen schwebenden "Planeten" in einem schwarzen Feld hinterlassen.

Wierzbowski ist 1964 in Aachen geboren und arbeitet dort seit 1987 als Künstler. In den letzten Jahren hat er sich nicht nur in der Aachener Region (Carte Blanche, Fronleichnamskirche - Produzentengalerie KUNSTWECHSEL), sondern auch in Mülheim an der Ruhr (Petrikirche) und in Bielefeld (Projektartgalerie) bekannt gemacht.

Die Bildwelt seiner Fantasie besteht aus Erinnerungen an eine niederdrückende Kindheit, aus Werken der Kunstgeschichte (er verarbeitet eine alte Sammlung von Diapositiven) und aktuellen politischen Bildern der Massenmedien, die ihn erregen und erschüttern. Trauer und Tragik, die Last, heute ein Mensch zu sein, treten in seinen Tafeln hervor, und die häufigen Übermalungen erzeugen "Gespenster" - Rätsel, so wie sie Albrecht Dürer in sein berühmtes allegorisches Blatt "Melencolia" gesetzt ht. Die besten Bilder Wierzbowskis sind Monumente einer zeitgenössischen Melancholie.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung : Sonn- und Feiertags von 11 - 18 Uhr und Montags von 16 - 20 Uhr.

Geöffnet zur Heinsberger KunstTour 2016 am Sonntag, den 1. Mai von 11 - 18 Uhr. Beide Künstler sind anwesend.


   
   

  © Sabine Jacobs